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Vereinsleben, Katastrophenschutz

Großübung am Eisenbahntunnel Sandberg

Veröffentlicht: 13.08.2026
Autor: Noah Grunert / Kay-Uwe Dorn
DLRG Weimar - ÜManV_Tunnel_Einweisung
DLRG Weimar - ÜManV_Tunnel_Aufbau_Lagebesprechung
DLRG Weimar - ÜManV_Tunnel_Aufbau_Betreuungsplatz
DLRG Weimar - ÜManV_Tunnel_Eintreffen_Verletzter

Einsatz für die ÜMANV-Einheiten Betreuung und Transport der Stadt Weimar

Am Samstag, dem 8. August 2026, kam es für die ÜMANV-Einheiten Betreuung und Transport der Stadt Weimar zum Einsatz im Rahmen einer Großübung am Eisenbahntunnel Sandberg im Ilm-Kreis. Bei dieser Übung der Tunnelbasiseinheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst wird der Ernstfall an den Tunnelstrecken der ICE-Neubau- und Autobahnabschnitte geprobt. Über einen Zeitraum von fünf Stunden probten die Tunnelbasiseinheiten der Feuerwehr gemeinsam mit mehreren Hilfsorganisationen die Rettung und Evakuierung aus einem Eisenbahntunnel sowie die anschließende Versorgung und Betreuung der Betroffenen.

Das Übungsszenario beschrieb einen Entstehungsbrand in einem ICE auf der Neubaustrecke, der den Zug mittig im Tunnel zum Halten zwang. Der Brand breitete sich bis zum Vollbrand aus, sodass eine Vielzahl der Reisenden verletzt wurde. Die Verletzungsmuster deckten das gesamte Spektrum der Sichtungskategorien ab, von lebensbedrohlich verletzten Personen über Schwer- und Leichtverletzte bis hin zu unverletzten Betroffenen und Todesopfern. Damit war eine komplexe Großschadenslage gegeben, wie sie an die eingesetzten Kräfte höchste Anforderungen stellt.

Die DLRG Ortsgruppe Weimar war im Rahmen der ÜMANV-Komponenten Betreuung und Transport der Stadt Weimar alarmiert. Aufgrund der Übungskünstlichkeit sammelten sich die Kräfte zunächst an der Berufsfeuerwehr Weimar und besetzten dort ihre Fahrzeuge. Noch vor dem Ausrücken hielt der diensthabende Zugführer der Berufsfeuerwehr Weimar eine Ansprache, in der er hervorhob, wie wichtig das gemeinsame Üben über die Grenzen der einzelnen Organisationen hinweg sei. Anschließend warteten die Kräfte auf die Alarmierung, die um 11:25 Uhr erfolgte. Besetzt wurden ein Mannschaftstransportwagen (MTW) der DLRG, die Einsatz-Technische Gruppe (ETG), der Gerätewagen Verpflegung (GW Verpflegung) mit Feldkochherd (FKH) sowie ein Mannschaftstransportwagen (MTW) der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Für die Transporteinheit kam ein Krankentransportwagen (KTW) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hinzu. Die DLRG Weimar stellte den Zugführer, der im weiteren Verlauf die Funktion des Abschnittsleiters übernahm, und brachte insgesamt zwölf Helferinnen und Helfer ein. Ergänzt wurde der Verband durch drei Kräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe und vier Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Die Gesamtstärke der Betreuungskomponente betrug 1/4/17//22, die der Transportkomponente 0/1/2//3.

Für viele der beteiligten Kräfte war es das erste gemeinsame Üben in dieser Konstellation aus DLRG, Johanniter-Unfall-Hilfe, Psychosozialer Notfallversorgung und DRK. Zwar hatte man in ähnlicher Zusammensetzung bereits vor einigen Jahren zusammengearbeitet, seither sind jedoch viele neue Gesichter hinzugekommen. Ziel war es, sich gegenseitig kennenzulernen, voneinander zu lernen, sich zu unterstützen und den Einsatz gemeinsam zu bewältigen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Dies gelang außerordentlich gut.

Mit dem Alarm besetzte der Verband die Fahrzeuge und rückte mit Sonder- und Wegerechten aus. Nach Aufnahme des Krankentransportwagens des DRK verlegte man als geschlossener Marschverband über die Autobahn nach Arnstadt, wo sich der Bereitstellungsraum befand. Die Fahrt bot insbesondere den Kraftfahrern wertvolle Übung im Umgang mit Sonder- und Wegerechten im städtischen Verkehr. Gegen 12:15 Uhr traf der Verband im Bereitstellungsraum ein. Gegen 12:30 Uhr erhielt der Zugführer den Auftrag, nach Marlishausen zu verlegen und dort die Grundschule einschließlich Sporthalle so vorzubereiten, dass die Betreuung der betroffenen Personen aufgenommen werden konnte. Zugleich erging die Information, dass mit rund 70 Betroffenen zu rechnen sei, die zur weiteren Versorgung eintreffen sollten.

Nach der Verlegung und einer ersten Erkundung richteten die Kräfte in Marlishausen eine Betreuungsstelle ein, die sich als eigener Einsatzabschnitt Betreuung etablierte. Bereits gegen 13:00 Uhr trafen die ersten Betroffenen ein, sodass fortlaufend rund eine Stunde Betreuung geübt werden konnte. Noch während der vorbereitenden Maßnahmen traf der erste Transport mit sechs Betroffenen ein. Dies wirkte sich jedoch nicht nachteilig aus, da die Betreuung und Versorgung durch die Psychosoziale Notfallversorgung und die Sanitäter des Krankentransportwagens umgehend aufgenommen wurde. Parallel dazu entstanden in der Sporthalle Betten und Sitzmöglichkeiten, eine Getränkestation sowie weitere Versorgungsmöglichkeiten. Vor der Sporthalle wurde eine Registrierung eingerichtet, an der die relevanten Daten der Betroffenen zügig erfasst wurden.

Angesichts der steigenden Zahl an Betroffenen meldete der Abschnittsleiter bereits gegen 13:10 Uhr an die Technische Einsatzleitung (TEL), dass dringend zusätzliche Verpflegung, weiteres PSNV-Personal, zusätzliches medizinisches Personal sowie Führungsmittel in Form eines Einsatzleitwagens benötigt würden. Im weiteren Verlauf trafen immer mehr Betroffene ein, sodass sich zum Zeitpunkt des Übungsendes gegen 14:00 Uhr insgesamt 43 Betroffene und vier Tote in der Betreuungsstelle befanden. Mit dieser Meldung wurde die Übung um 14:00 Uhr beendet.

Die Zusammenarbeit vor Ort verlief durchweg positiv. Eine anfängliche Chaosphase war erkennbar, wurde jedoch gut beherrscht. Durch eine dynamische Lageführung passten sich die Kräfte fortlaufend an die Gegebenheiten vor Ort an. Jede und jeder fand den eigenen Aufgabenbereich, man achtete aufeinander und packte dort an, wo Unterstützung erforderlich war. Da die Übung bereits gegen 14:00 Uhr beendet wurde, konnten weitere Maßnahmen nicht mehr vollständig durchgeführt werden. Nachgeforderte Kräfte für Transport, Psychosoziale Notfallversorgung sowie zusätzliches Versorgungs- und Behandlungspersonal trafen erst nach Übungsende ein.

Aus Sicht der Einsatzleitung fällt das Fazit für die Weimarer Kräfte ausgesprochen positiv aus. Die Zusammenarbeit funktionierte, es wurde strukturiert, rücksichtsvoll und sicher gearbeitet. Man konnte sich aufeinander verlassen, und die Übung bereitete allen Beteiligten viel Freude. Nach Übungsende erfolgte der Rückbau, gefolgt von einer Einsatzauswertung vor Ort, in der sowohl positive Aspekte als auch einsatztaktische Verbesserungspunkte reflektiert wurden. Anschließend verlegte der Verband als geschlossener Marschverband zurück nach Weimar, betankte die Fahrzeuge und meldete sich um 16:00 Uhr wieder einsatzbereit. Damit war die Übung für die Weimarer Einheiten beendet.

Wenn du Interesse hast, uns im Ehrenamt zu unterstützen, in all unseren Facetten als Sanitäterin oder Sanitäter, als Rettungsschwimmerin, Strömungsretter, Führungskraft, im Bereich Funk und Kommunikation, in der Küche oder in Technik und Sicherheit sowie in der Betreuung von Personal, dann schau gern auf der Seite des Katastrophenschutzes Thüringen oder direkt bei uns auf der Webseite der DLRG Weimar vorbei.

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